Wird geladen...
00Tage
00Std
00Min
00Sek

🌬️ Tag 10 – Kampf gegen den Wind, Sorgen im Gepäck & purer Wille

🗺️ Daten des Tages

  • 📍 Strecke: Flusskilometer 351 → 332 (19 km)

  • 🌡️ Wassertemperatur: Ø 18°C

  • 🕘 Start: Zwischen Ober- und Untertheres (09:40 Uhr)

  • 🛟 Ziel: Wasserwacht Schweinfurt (ca. 16:30 Uhr)

 

💭 Ein Morgen voller Sorgen

Manchmal sind es nicht die Kilometer, die schwer wiegen, sondern das, was man im Kopf mit sich trägt. Heute war so ein Tag. Schon beim Aufstehen lag ein Druck auf mir – vor allem wegen des Motors unseres Begleitbootes. Dieses ständige Hoffen, dass er durchhält, frisst Energie, noch bevor der erste Armzug getan ist.

Trotzdem: Fokus setzen. Um 09:40 Uhr ging es los, zwischen Ober- und Untertheres. Bis zur Schleuse Ottendorf lagen 5 km vor uns – etwa 2,5 Stunden Schwimmzeit.

 

🚀 Starker Start – bis die Nachricht kam

Im Wasser lief es zunächst perfekt: 12:30 Uhr – Schleuse Ottendorf geschafft. Kurz danach trafen wir wie geplant unsere Auto‑Crew.

Dann die Nachricht, die uns allen den Boden unter den Füßen wegzog: Der Bruder von Nico, meinem Cousin, wurde in der Nacht mit schwerem Herzinfarkt und Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert.

Auch wenn er in den besten Händen ist – so etwas brennt sich ein. Ab diesem Moment schwimmt man nicht mehr nur gegen den Fluss, sondern auch gegen die eigenen Gedanken.

 

🔧 Technikdrama – und ein kleiner Schlag mit großer Wirkung

Als wäre die emotionale Last nicht genug, streikte direkt danach der Bootsmotor wieder. Nico zeigte jedoch echtes Mechaniker‑Feingefühl: Ein paar leichte, gezielte Schläge – und der Motor lief wieder.

Wir legten eine kurze Pause in einer kleinen Sandbucht ein, 20 Minuten Durchatmen. Dann weiter nach Schonungen, wo wir erneut die Auto‑Crew trafen. Kurz reden, Kopf sortieren, und wieder rein ins Wasser.

 

🌊 Gegenwind, Wellen & Wut als Antrieb

Trotz allem lieferte ich mir ein echtes Duell mit dem Main. Der Gegenwind war extrem, die Wellen bis zu 60 cm hoch – und trotzdem hielt ich bis zwei Kilometer vor dem Ziel einen Schnitt von gut 3 km/h.

Die Mischung aus Sorge, Wut und Willenskraft wurde zu Energie.

 

🧱 Die letzten zwei Kilometer: Der Endgegner

Kurz vor der Schleuse Schweinfurt wurde der Wind brutal. Im Staubereich steht das Wasser fast – und der Main verwandelte sich in eine Wand.

Jeder Meter war ein Kampf. Jeder Armzug musste erzwungen werden. Ein kompromissloser Fight gegen die Natur.

 

🛟 Ankunft & große Erleichterung

16:30 Uhr – geschafft. Wir landeten etwa 600 Meter vor der Schleuse bei der Wasserwacht Schweinfurt. Ein riesiges Dankeschön an die Kameraden dort – unser Boot darf sicher über Nacht bleiben.

Und dann die beste Nachricht des Tages: Der Motor‑Stress ist vorbei! Kerstin ist im Express‑Tempo nach Neustadt an der Aisch gefahren und hat einen gebrauchten Ersatzmotor besorgt. Er ist bereits da. Was für eine Erleichterung.

 

🍽️ Abschluss des Tages

18:00 Uhr – zurück am Campingplatz. Erschöpft, aber dankbar. Jeder Muskel meldet sich, aber das Teamgefühl trägt.

Jetzt: kurz Ausruhen. Um 19:00 Uhr: gemeinsames Abendessen. Der Körper braucht Energie – morgen wartet der Main wieder.