🏊‍♂️ Von Gänsehaut-Momenten in Würzburg bis zum harten Kampf gegen die Kälte

Der heutige Tag hat mir wieder einmal gezeigt, wie nah beim Freiwasserschwimmen absolute Motivation und purer Kampf beieinanderliegen.

 

🚤 Der Start und eine unerwartete Begegnung

Unser Tag begann früh: Um halb acht fuhren wir nach Randersacker, direkt hinter die Schleuse, um alles für den heutigen Start vorzubereiten. Während wir startklar machten, sprach mich ein Pärchen an. Sie waren neugierig, was wir da genau vorhaben. Ich habe ihnen kurz mein Projekt und die Geschichte dahinter erklärt. Die beiden waren total begeistert, fanden die Aktion mega cool und meinten zum Abschied: „Wir sehen uns in Würzburg wieder!“

Um 8:40 Uhr glitt ich bei einer Wassertemperatur von 18 °C ins Wasser, und nur fünf Minuten später war auch mein Begleitboot an meiner Seite. Die Reise Richtung Würzburg konnte beginnen. Von Anfang an zeichnete sich jedoch eine ganz besondere Herausforderung ab: Es war ein ununterbrochener Kampf gegen die Kälte. Mir wollte im Wasser einfach nicht wirklich warm werden, und mein Körper musste von der ersten Minute an enorm viel Energie aufwenden, um die Temperatur zu halten.

 

🌉 Gänsehaut an der Alten Mainbrücke

Trotz des Fröstelns liefen die ersten 6 Kilometer wie am Schnürchen. Das Schwimmen war super, auch wenn die Strömung – wie immer vor einer Schleuse – kurz vorher fast gegen Null ging. An der Schleuse in Würzburg angekommen, gab es eine kleine Planänderung: Da das Aus- und Wiedereinsteigen im Wasser an dieser Stelle extrem schwierig ist, habe ich mich für den Schleusenvorgang kurzerhand mit ins Boot gesetzt.

Und dann kam ein Moment, der mir im Nachhinein noch ein dickes Grinsen ins Gesicht zaubert: Als wir in der Schleuse lagen, blickte ich hoch zur Alten Mainbrücke. Und wer stand da? Tatsächlich das Pärchen vom Morgen! Sie haben uns von oben begeistert zugewunken. Auch unsere Crew mit den PKWs stand oben auf der Brücke. Das war ein unfassbarer Motivationsschub, der die Kälte für einen Moment vergessen ließ!

 

🌊 Der Main wird zum Gegner: Kampf um jeden Meter

Etwa zwei Kilometer nach der Schleuse, auf der Höhe der Hafeneinfahrt der Landesfeuerwehrschule Würzburg, haben wir erst einmal eine wohlverdiente Mittagspause eingelegt. Bis dahin war die Welt noch halbwegs in Ordnung, und erst so langsam gegen 14:00 Uhr stellte sich endlich ein halbwegs warmes Gefühl im Wasser ein.

Doch was danach kam, war ein brutaler Kraftakt. Der Main wurde plötzlich sehr breit, und die Strömung war quasi nicht mehr existent. Jeder einzelne Meter musste nun hart erkämpft werden. Da mein Körper durch den stundenlangen Kampf gegen das Auskühlen am Vormittag schon völlig ausgelaugt war, wurden die Arme immer schwerer, und die Kräfte schwanden rasant. Etwa zwei Kilometer vor der nächsten Schleuse war ich mental und körperlich eigentlich schon am Ende.

Als wäre das nicht genug, kam es genau in diesem Moment zu einer klassischen Rushhour auf dem Fluss: Ein Schiff fuhr talwärts, ein anderes bergaufwärts – und natürlich trafen sich die beiden Riesen genau auf unserer Höhe. Was das für das Wasser bedeutet, kann sich jeder vorstellen. Heftige Verwirbelungen und Wellen schlugen aus allen möglichen Richtungen auf uns ein. Das hat mir endgültig die allerletzte Kraft geraubt.

 

🏁 Der erlösende Feierabend

Gott sei Dank tauchte kurz darauf das Schleusengelände Erlabrunn auf. Ich konnte an Land gehen, wir haben das Boot schnell durch die Sportbootschleuse umgesetzt, und kurz nach der Schleuse ging es nach den letzten 500 Metern im Wasser dann endlich raus: Ausstieg und Feierabend für heute!

Manchmal läuft es von selbst, manchmal ist es ein unerbittlicher Fight gegen den Fluss und die eigenen körperlichen Grenzen. Heute war beides dabei – aber das Wichtigste ist: Wir haben es geschafft und sind wieder ein großes Stück weiter auf unserem Weg!