Tag 15: Verschlafen, Hitzeschlacht an der Schleuse und ein zweimeterlanges Flussmonster!
🕙😅🌞🐟
🛌 Verschlafen & trotzdem im Top‑Rhythmus
Eigentlich fing der Tag mit einer kleinen logistischen Panne an: Ich habe über eine Stunde verschlafen! Entsprechend verspätet ging es erst gegen 10:00 Uhr am Startpunkt in Erlabrunn (Main-Kilometer 241) ins Wasser. Doch wer glaubt, dass das die Stimmung gedrückt hat, irrt gewaltig. Ich war heute von der ersten Minute an verdammt gut drauf und fand sofort einen überragenden Rhythmus.
Unterstützt wurde ich heute von Thomas, der zum ersten Mal als Bootsführer das Begleitboot übernahm. Er hat sich extrem schnell reingefuchst und unser modifiziertes Faltboot souverän durch die Wellen manövriert. Während die Crew an Deck bei über 30 °C im wahrsten Sinne des Wortes briet, ließ es sich im ca. 20 °C kühlen Main-Wasser herrlich schwimmen. Wir kamen richtig schnell vorwärts, und das Beste daran: Die Technik hat heute auf ganzer Linie komplett reibungslos funktioniert!
🚧 Schleusen‑Krimi in der Mittagshitze
Gegen 13:00 Uhr erreichten wir die Schleuse. Da die Sportschleuse aktuell außer Betrieb ist, hieß es für uns: ab in die große Schleuse. Der Schleusenwärter signalisierte uns, dass wir uns beeilen sollten, um direkt mit einer Talfahrt mitgeschleust zu werden. Doch das Pech klebte uns an den Fersen: Wir tauchten exakt zwei Minuten zu spät im Blickfeld der Kamera auf. Die Tore schlossen sich vor unserer Nase.
Was folgte, war eine Geduldsprobe in der prallen Mittagshitze. Wir mussten warten, bis das nächste Schiff bergwärts geschleust war, und danach sogar noch ein weiteres angemeldetes Schiff für die Talfahrt abwarten, hinter dem sich das Begleitboot einreihen durfte. Für mich bedeutete die Zwangspause: raus aus dem Wasser und warten. Die Hitze war mittlerweile so brutal, dass der Teer glühte – trotz meiner dünnen Schlappen habe ich mir auf dem Weg an der Schleuse vorbei fast die Füße verbrannt!
Als es endlich weiterging, hatte Thomas im Begleitboot alle Hände voll zu tun und musste extrem hart gegen die Strömungen und Verwirbelungen der mächtigen Berufsschiffe ankämpfen. Eine absolute Meisterleistung am Steuer! Danach ging es mit gutem Tempo weiter Richtung Etappenziel.
🐟💥 Schockmoment kurz vor dem Ziel
Das absolute „Highlight“ des Tages erwartete mich jedoch ca. 200 Meter vor dem Ausstieg am Campingplatz in Karlstadt (Kilometer 226). Mitten im Schwimmzug streifte ich plötzlich etwas Großes. Im ersten Moment dachte ich, ich hätte mich an einem scharfkantigen Stein gestreift, und wollte mich reflexartig wegdrücken. Doch das Hindernis war glitschig, massiv und bewegte sich während des gesamten Armzugs spürbar unter meiner Hand.
Als ich mich völlig verdutzt umdrehte, sah ich die wuchtige Silhouette eines riesigen Welses, der kurz an der Oberfläche auf- und direkt wieder abtauchte. Das Tier war schätzungsweise fast zwei Meter lang! Sekundenbruchteile später spürte ich nur noch, wie der riesige, glitschige Körper einmal komplett an meinem Bein und meinem Fuß vorbeiglitt. Ein brutaler Adrenalinkick so kurz vor dem Ziel!
Am Ufer angekommen, gab es dann die offizielle Bestätigung für dieses Erlebnis: Der Platzwart des Campingplatzes in Karlstadt bestätigte mir direkt, dass dort ein riesiger Wels haust. Er hat ihn sogar schon selbst fotografiert und weiß, dass der Fisch dort vehement sein Revier verteidigt. Da habe ich wohl im wahrsten Sinne des Wortes sein Territorium durchquert!
🏕️ Ein runder Abschluss
Nach diesem Schreck haben wir am Campingplatz Karlstadt planmäßig das Wasser verlassen und das Boot an Land geholt. Ein großes Dankeschön an das Team vor Ort: Wir dürfen das Boot dort unkompliziert über Nacht liegen lassen, sodass wir morgen direkt von dort aus weiterziehen können.
Besonders erfreulich für mich: Trotz der Distanz war ich im Ziel noch nicht einmal komplett ausgepowert und hätte locker noch weiter schwimmen können! Das gibt ein verdammt gutes Gefühl für die nächsten Etappen. Weniger entspannt war der Tag allerdings für meine treue Bootscrew, der es in der unbarmherzigen Hitze an Deck richtig heiß wurde. Aus diesem Grund werden wir morgen auch deutlich früher starten, um der brutalen Mittagssonne etwas zu entgehen.
Nach dem Ausstieg ging es für uns erst einmal zurück zu unserem Basis-Campingplatz nach Lengfurt. Um den Tag gebührend zu feiern und danke zu sagen, habe ich Nico, Daniela und Thomas in die dortige Pizzeria eingeladen. Bei gutem Essen und bester Stimmung haben wir diesen extrem schönen und ereignisreichen Tag entspannt ausklingen lassen. Trotz Verspätung, Schleusendrama, glühenden Fußsohlen und einer hautnahen Begegnung mit einem echten Main-Monster haben wir die 15 Kilometer bis Karlstadt erfolgreich bezwungen. Morgen wird früher angegriffen!
