🏞️ Tag 2: Inselhüpfen, Kindheitserinnerungen und stehendes Gewässer
📍 Start: Hochstadt (Main-Kilometer 451,5)
🎯 Ziel: Wiesen (Main-Kilometer 424)
📏 Strecke: ca. 27,5 Kilometer
🌡️ Bedingungen: Wassertemperatur wie gestern, ähnliches Wetter – aber ohne Gewitter
🌅 Ein späterer, aber nicht entspannter Start
Der zweite Tag begann ein klein wenig später als der erste. Der Vorteil: Wir hatten heute keine so weite Anreise und auch kein Pressetermin stand auf dem Plan. Entspannter war der Morgen deswegen aber ehrlicherweise nicht. Wer kennt es nicht? Beim Packen hatte ich ständig das Gefühl, irgendetwas vergessen zu haben. Am Ende habe ich die Sachen dann logischerweise genau dort gefunden, wo ich sie am wenigsten vermutet hätte. Klassischer Such-Stress am Morgen eben.
🏊 8:30 Uhr – Ab ins Wasser
Um Punkt 8:30 Uhr ging es dann endlich los und ich war im Wasser. Der erste Kilometer hatte es direkt in sich und forderte meine volle Aufmerksamkeit: Mitten im Main warteten viele kleine Inseln auf mich. Von oben und im flachen Wasser war es teilweise echt schwer zu erkennen, wo man am besten durchschwimmen konnte.
Die Quittung kam prompt: Bei den ersten drei Inseln schätzte ich die Tiefe falsch ein und strandete prompt auf dem Bauch. Nach dem dritten Mal unfreiwilligem „Bauch-Rutschen“ und Waten hatte ich den Dreh aber raus und fand ab da immer die tiefere Passage zum Durchschwimmen.
🌊 Wehre, Erinnerungen und ein Gänsehautmoment
Danach lief – oder besser gesagt schwamm – es richtig gut. Das erste Wehr ließ sich problemlos umgehen und ich konnte direkt flüssig weiterschwimmen.
Auch das zweite Wehr stellte logistisch kein Problem dar, sorgte bei mir aber für einen echten Gänsehaut-Moment: Plötzlich kamen Kindheitserinnerungen hoch. Direkt hinter dem Wehr verläuft eine betonierte Straße quer durch den Main. Ich hatte dieses Bild sofort wieder vor Augen – ein Wahnsinn, woran man sich erinnert, wenn man sich den Fluss so intensiv erarbeitet.
🛑 Pause am dritten Wehr
Am dritten Wehr war es dann Zeit für die wohlverdiente Pause. Meine Frau wartete schon auf mich, und gemeinsam nutzten wir die Zeit für eine Stärkung und ein kurzes Durchatmen.
Nach etwa 30 Minuten ging es zurück in den Fluss – allerdings nicht schwimmend, sondern erst einmal laufend. Das Wasser war auf den ersten 300 Metern viel zu niedrig, sodass ich über die Kiesbänke waten musste, bevor der Main wieder tief genug wurde.
🧠 Mentale Härte im stehenden Gewässer
Ab diesem Punkt wurde es mental und körperlich noch einmal richtig zäh. Der Main verwandelte sich fast komplett in stehendes Gewässer – von Strömung keine Spur. Da zieht sich jeder Kilometer doppelt.
Ich habe mich einfach von Zug zu Zug fokussiert, bis ich Hausen und damit das vierte Wehr erreicht hatte. Auch das war zum Glück einfach zu umgehen.
Das letzte Stück bis nach Wiesen verlangte mir noch einmal alles ab, aber ich konnte es sauber durchschwimmen.
🍽️ Verdientes Abendessen
Nach den rund 27,5 Kilometern im Wasser hatten wir uns das Abendessen mehr als verdient. Wir sind in ein lokales Gasthaus eingekehrt und es gab eine ordentliche Portion Schäuferle – die perfekte Stärkung nach so einem Tag.
😴 Feierabend
Jetzt gibt es für mich nur noch einen Weg: ab ins Bett. Ich bin hundemüde und absolut kaputt, aber tief zufrieden mit dem heutigen Tag. Morgen geht es weiter.