Tag 21: Reiner Kopfkampf – Wenn der Körper streikt und die Psyche trickst 🧠💥
😵 Sowas von müde. Sowas von abgekämpft.
Gestern Abend hat mein Körper bereits vor 20 Uhr vehement den Stecker gezogen – es ging einfach nichts mehr. Doch die Nacht war alles andere als erholsam: Dreimal wurde ich wach, weil mir buchstäblich jeder einzelne Muskel wehtat.
Mein System verlangte lautstark nach schneller Energie und Flüssigkeit – Heißhunger auf Schokolade und unbändiger Durst auf Wasser. Glücklicherweise konnte ich nach den kurzen nächtlichen Boxenstopps jeweils relativ schnell wieder einschlafen.
⏰ 7 Uhr – der Wecker gnadenlos
Um 7 Uhr morgens dann der unbarmherzige Wecker. Mein Körper schrie sofort: „Nein, heute nicht!“ Aber mein Wille hielt dagegen: „Auf geht’s, das schaffst du!“
Ein riesiges Dankeschön an Kerstin und Thomas. Die beiden waren zum Glück schon wach und haben mich direkt mit den entscheidenden Worten motiviert: „Es ist das vorletzte Mal. Morgen ist Schluss!“
🌊 Rein in die Routine – und rein in den Widerwillen
Also rein in die gewohnte Routine: Fertigmachen, Morgentoilette und ab an den Fluss.
Direkt unterhalb der Schleuse Lengfurt stieg ich ins Wasser – und ehrlich gesagt mit wahnsinnigem Widerwillen.
Zu allem Überfluss glich der Main heute mit fast 25°C einer Badewanne, weit jenseits meiner Wohlfühltemperatur. Dazu kam eine extrem zähe Fließgeschwindigkeit von knapp 0,9 km/h.
Der Fluss floss kaum, aber die Ausreden in meinem Kopf dafür umso schneller.
🧠 Brutaler Kampf gegen die eigene Psyche
Was folgte, war ein knallharter, brutaler Kampf gegen die eigene Psyche.
Wenn der Vorwärtsdrang im Wasser fehlt, fängt der Kopf an, nach jedem Strohhalm für einen Abbruch zu suchen.
Sogar meine Migräne meldete sich plötzlich an. Ich habe sofort laut und deutlich in mich hineingeschrien: „Das ist keine Migräne und ich habe keine Kopfschmerzen!“
Und das Faszinierende: Genau in dem Moment, als ich spürte, wie sich die Kopfhaut zusammenziehen wollte, verschwand das Gefühl wieder.
Kurz darauf meinten meine Beine, einen Krampf vortäuschen zu müssen. Auch hier meine klare Ansage: „Das habt ihr nicht!“ – und weg waren sie bzw. eigentlich gar nie da.
Es ist absolut erstaunlich, welche Spiele das Gehirn treibt, um einen zum Aufgeben zu zwingen.
Der Wendepunkt auf den letzten Kilometern 🚴♂️🔥
Unterwegs traf ich Kerstin und Thomas immer wieder an den vereinbarten Punkten.
Um 11:30 Uhr stand die ersehnte Pause an: Raus aus dem Main, zwei Bananen verdrücken und einen halben Liter Wasser tanken.
Nach ca. 20 Minuten Pause ging es zurück ins Nass. Und nur 100 Meter nach dem Wiedereinstieg passierte es:
💥 Ein gigantischer Motivationsschub aus dem Nichts!
Radfahrer am Ufer erkannten mich aus dem heutigen Zeitungsbericht der Main‑Post.
Sie fingen an zu jubeln, feuerten mich lauthals an und trugen mich mental über die verbleibenden Kilometer.
Von da an lief es wieder: Es waren noch 2,5 Kilometer bis zum heutigen Tagesziel etwas oberhalb der Schleuse Eichel.
🛏️ 14:30 Uhr – Zurück am Campingplatz
Um 14:30 Uhr war ich schließlich wieder am Campingplatz.
Der Akku war komplett leer – es ging ohne Umwege direkt ins Bett für einen ausgiebigen Mittagsschlaf.
Heute werde ich definitiv wieder extrem früh das Licht ausmachen und meinem Körper die verdiente Ruhe gönnen.
Morgen: Das große Finale an der Mainspitze in Wertheim 🎉🏁
Endspurt!
