🏁 Etappe 3: Temperatur-Achterbahn, Stromschnellen und das Schlingpflanzen-Labyrinth
📍 Von Wiesen nach Baunach | Wenn der Main zum Taktik-Spiel wird
Der dritte Tag ist geschafft! Heute ging es für mich von Wiesen aus bis nach Baunach. Die nackten Zahlen sagen: Das Wasser hatte im Durchschnitt eigentlich 19°C. Mein Körper meldete heute Morgen allerdings etwas ganz anderes: Es fühlte sich verdammt kühl an, und die Überwindung, um 8:40 Uhr ins Wasser zu steigen, war diesmal richtig riesig. Aber Kneifen gilt nicht. Nach den ersten Zügen war der Kopf wieder frei, und der anfängliche Kälteschock legte sich zum Glück relativ schnell.
Die ersten Kilometer liefen gut an – dafür hatte es die Strecke danach technisch und mental absolut in sich.
🥶 Die Temperatur-Achterbahn und der Kampf mit den Strudeln
Die Kälte hat mir heute im Laufe des Tages extrem zu schaffen gemacht. Ich habe mich im Wasser regelrecht von einer warmen Strömung zur nächsten gesehnt. Der Main war ein einziges Wechselbad: Mal strömten angenehme 20°C an mir vorbei, nur um ein paar Meter weiter wieder auf unter 18°C abzusacken.
Dazu kam, dass der Fluss heute hellwach war. Stromschnellen, unberechenbare Strudel und tückisches Kehrwasser haben mir die volle Aufmerksamkeit abverlangt. Man musste die Strömung jede Sekunde genau im Auge behalten, um nicht gegen die Natur zu arbeiten – und genau dieses Zusammenspiel der verschiedenen Strömungen sorgte auch für das ständige Temperatur-Chaos.
🌿 Das Schlingpflanzen-Labyrinth von Ebing
Gegen 11:30 Uhr wartete dann die nächste große Herausforderung auf mich: Unmengen an Schlingpflanzen machten den Main phasenweise dicht. Es fühlte sich an wie ein echtes Labyrinth unter Wasser. Ich war im Kopf ständig am Scannen und auf der Suche: Wo ist der beste Kanal? Wo ist die optimale Strömung? Und vor allem: Wo ist das Wasser tief genug, um sauber durchzuziehen? Bis auf wenige Ausnahmen ist mir das glücklicherweise auch meistens ganz gut gelungen.
Trotz des harten Fokus gab es heute auch wieder wunderbare menschliche Momente. Ich habe einige Leute am Ufer getroffen – manche beim Angeln, andere, die am Fluss einfach eine Auszeit genossen haben. Für einen kurzen, netten Plausch im Vorbeischwimmen war immer Zeit!
🍌 Boxenstopp um 14:00 Uhr und der zähe Endspurt
Um 14:00 Uhr stand dann das wichtigste Highlight des Tages an: Ich traf meine Frau am Ufer für eine extrem wichtige und wohlverdiente Pause. Der Körper verlangte nach Energie, also gab es die bewährte Power-Kombi: eine Banane, einen Schokoriegel und wieder einmal mein flüssiges Yfood.
Frisch gestärkt ging es danach auf die letzte Teil-Etappe – und wer jetzt dachte, das Schlimmste sei vorbei, wurde enttäuscht. Von wegen entspannt! Auf der Höhe von Ebing kam noch einmal eine riesige, dichte Fläche von Schlingpflanzen auf mich zu. In Kombination mit einer starken Strömung wurde es hier noch mal ein verdammt harter Kampf, überhaupt vorwärtszukommen. Aber ich habe mich durchgebissen und kam schließlich gut in Baunach an!
🧡 Fazit des Tages & Ausblick
Den Abend haben wir ganz gemütlich bei einem guten Glas Wein und frischem Brot ausklingen lassen. Mein persönliches Fazit für heute fällt trotz der Hindernisse positiv aus: Durch die gute Strömung war ich heute insgesamt viel entspannter unterwegs und bin am Ende nicht so extrem ausgepowert wie an den ersten beiden Tagen.
Drei Etappen sind im Kasten – und das Beste ist: Die Motivation ist voll da und ich freue mich schon jetzt richtig auf morgen früh!