🌬️ Tag 10 – Kampf gegen den Wind, Sorgen im Gepäck & purer Wille
🗺️ Daten des Tages
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📍 Strecke: Flusskilometer 351 → 332 (19 km)
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🌡️ Wassertemperatur: Ø 18°C
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🕘 Start: Zwischen Ober- und Untertheres (09:40 Uhr)
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🛟 Ziel: Wasserwacht Schweinfurt (ca. 16:30 Uhr)
💭 Ein Morgen voller Sorgen
Manchmal sind es nicht die Kilometer, die schwer wiegen, sondern das, was man im Kopf mit sich trägt. Heute war so ein Tag. Schon beim Aufstehen lag ein Druck auf mir – vor allem wegen des Motors unseres Begleitbootes. Dieses ständige Hoffen, dass er durchhält, frisst Energie, noch bevor der erste Armzug getan ist.
Trotzdem: Fokus setzen. Um 09:40 Uhr ging es los, zwischen Ober- und Untertheres. Bis zur Schleuse Ottendorf lagen 5 km vor uns – etwa 2,5 Stunden Schwimmzeit.
🚀 Starker Start – bis die Nachricht kam
Im Wasser lief es zunächst perfekt: 12:30 Uhr – Schleuse Ottendorf geschafft. Kurz danach trafen wir wie geplant unsere Auto‑Crew.
Dann die Nachricht, die uns allen den Boden unter den Füßen wegzog: Der Bruder von Nico, meinem Cousin, wurde in der Nacht mit schwerem Herzinfarkt und Schlaganfall ins Krankenhaus eingeliefert.
Auch wenn er in den besten Händen ist – so etwas brennt sich ein. Ab diesem Moment schwimmt man nicht mehr nur gegen den Fluss, sondern auch gegen die eigenen Gedanken.
🔧 Technikdrama – und ein kleiner Schlag mit großer Wirkung
Als wäre die emotionale Last nicht genug, streikte direkt danach der Bootsmotor wieder. Nico zeigte jedoch echtes Mechaniker‑Feingefühl: Ein paar leichte, gezielte Schläge – und der Motor lief wieder.
Wir legten eine kurze Pause in einer kleinen Sandbucht ein, 20 Minuten Durchatmen. Dann weiter nach Schonungen, wo wir erneut die Auto‑Crew trafen. Kurz reden, Kopf sortieren, und wieder rein ins Wasser.
🌊 Gegenwind, Wellen & Wut als Antrieb
Trotz allem lieferte ich mir ein echtes Duell mit dem Main. Der Gegenwind war extrem, die Wellen bis zu 60 cm hoch – und trotzdem hielt ich bis zwei Kilometer vor dem Ziel einen Schnitt von gut 3 km/h.
Die Mischung aus Sorge, Wut und Willenskraft wurde zu Energie.
🧱 Die letzten zwei Kilometer: Der Endgegner
Kurz vor der Schleuse Schweinfurt wurde der Wind brutal. Im Staubereich steht das Wasser fast – und der Main verwandelte sich in eine Wand.
Jeder Meter war ein Kampf. Jeder Armzug musste erzwungen werden. Ein kompromissloser Fight gegen die Natur.
🛟 Ankunft & große Erleichterung
16:30 Uhr – geschafft. Wir landeten etwa 600 Meter vor der Schleuse bei der Wasserwacht Schweinfurt. Ein riesiges Dankeschön an die Kameraden dort – unser Boot darf sicher über Nacht bleiben.
Und dann die beste Nachricht des Tages: Der Motor‑Stress ist vorbei! Kerstin ist im Express‑Tempo nach Neustadt an der Aisch gefahren und hat einen gebrauchten Ersatzmotor besorgt. Er ist bereits da. Was für eine Erleichterung.
🍽️ Abschluss des Tages
18:00 Uhr – zurück am Campingplatz. Erschöpft, aber dankbar. Jeder Muskel meldet sich, aber das Teamgefühl trägt.
Jetzt: kurz Ausruhen. Um 19:00 Uhr: gemeinsames Abendessen. Der Körper braucht Energie – morgen wartet der Main wieder.
🌪️ Tag 9: Gefühlschaos, Schutzengel im Dauereinsatz und ein neuer Plan
💥 Eigentlich sollte Tag 9 ein ganz normaler Meilenstein auf dem Weg nach Aschaffenburg werden.
Stattdessen wurde es der bisher emotionalste, härteste und am Ende erleichterndste Tag des gesamten Projekts. Ein Tag, der nicht im Wasser stattfand, sondern an Land – und der mich psychisch an meine absoluten Grenzen gebracht hat.
🧱 Wenn alles auf einmal wegbricht
Nachdem gestern der Bootsmotor den Geist aufgegeben hatte, startete der Morgen nach einer unruhigen Nacht mit der nächsten Hiobsbotschaft: Der Verdacht auf eine kaputte Zylinderkopfdichtung an unserem Auto. Nach ohnehin schon extrem teuren Reparaturen in der letzten Zeit ein absoluter Schock. Die Existenzangst und die Frage, wie es mit dem Wohnwagen weitergehen soll, haben mich komplett erdrückt. Ich war an einem Punkt, an dem ich alles hinschmeißen und abbrechen wollte. Die Überforderung war so riesig, dass sie mich im Supermarkt sogar in eine heftige dissoziative Störung gedrückt hat.
🛟 Die beste Crew der Welt
Aber dieses Projekt heißt nicht umsonst „470 Kilometer für innere Stärke“ – und diese Stärke kam heute vor allem von den Menschen um mich herum. Meine Crew hat nicht nur die Nerven behalten, sondern einfach gemacht:
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Daniela, Nico und Kerstin haben unermüdlich nach Lösungen gesucht. Nico und Kerstin haben ohne mein Wissen sofort einen Ersatzmotor organisiert und bezahlt – eine Geste, die mich sprachlos macht.
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Mein Freund Thomas klärte sofort ab, dass er im Notfall mit seinem Auto den Wohnwagen ziehen darf.
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Nico und Philip (der ab morgen das Begleitfahrzeug übernimmt) haben den alten Motor am Main getestet – und er läuft zumindest in den unteren Gängen wieder!
✨ Das doppelte Wunder am Nachmittag
Als der ADAC-Techniker kam, fiel der nächste, riesige Stein von meinem Herzen: Es ist nicht die Zylinderkopfdichtung! Es war nur eine falsch eingebaute Dichtung zum Abgaskühler des Turbos. Der Motor bekommt wieder Luft, und eine Werkstatt in der Nähe kümmert sich direkt am Montag darum.
Nach all den Tränen, der Panik und dem emotionalen Auf und Ab kam am Abend beim Grillen endlich die Ruhe zurück. Mein persönlicher Stresstest hat es bestätigt: Der extreme Druck ist weg, der Fokus ist wieder da. Ich habe mich nicht betäubt, sondern mit Wasser, guten Gesprächen und viel Rückhalt durchgebissen.
🎯 Neuer Plan: Würzburg und Aschaffenburg im Blick
Ja, das Ganze wirft den Zeitplan um. Ich werde Würzburg voraussichtlich fünf Tage später erreichen als geplant, und das finale Ziel Mainz ist logistisch nicht mehr machbar. Aber das ist völlig okay. Das neue Ziel heißt ganz klar: Aschaffenburg bis zum 25. Juni erreichen!
Morgen geht es endlich wieder ab ins Wasser. Geplant sind 18 Kilometer – und wenn es am Ende 16 werden, ist es auch ein Sieg. Hauptsache wieder schwimmen, hauptsache weiter.
❤️ Danke an meine Crew, meine Freunde und alle, die an mich glauben.
Ohne euch stünde ich jetzt nicht hier.
Euer Matjes
🥀 Tag 8: Wenn Pläne zerbrechen – Frust, Tränen und ein Hoffnungsschimmer
😔 Manchmal legt dir das Leben eine ganze Felswand in den Weg
Manchmal legt dir das Leben nicht nur einen Stein in den Weg, sondern wirft eine ganze Felswand vor dich hin. Der gestrige Tag hat mich extrem mitgenommen, und die letzte Nacht war ich einfach nur völlig fertig. Doch Aufgeben ist keine Option – also hieß es heute erst einmal: Crew sammeln, durchatmen, neu strukturieren.
🏊♂️ Der Versuch, den Frust wegzuschwimmen
Nach den mentalen und physischen Strapazen stand heute Morgen fest: Wir erzwingen heute nichts. Spontan gab ich meiner Crew Bescheid, dass ich erst um 8:00 Uhr aufstehen und wir in Ruhe gemeinsam frühstücken würden. Wir mussten das Projekt erst einmal neu planen.
Da mein eigenes Auto derzeit kaputt ist, fuhren wir mit dem Wagen von Kerstin – einer wunderbaren Freundin aus Weilheim in Oberbayern, die extra hier ist, um mich zu unterstützen. (Vielen, vielen lieben Dank, Kerstin! Du hast mir heute unglaublich viel Kraft gegeben).
Gegen kurz vor elf kamen wir los, und um kurz nach 12:00 Uhr stand ich endlich im Wasser. Pünktlich zum Start zog ein Unwetter mit Hagel auf, das uns aber glücklicherweise nur wenige Minuten forderte. Mein Ziel für den heutigen Tag war ganz bewusst: gar kein Ziel zu haben. Ich wollte keine Kilometer jagen, sondern mir einfach nur den Frust der letzten Tage von der Seele schwimmen und zur Ruhe kommen. Egal wie weit die Strömung mich heute tragen würde – ich wäre damit zufrieden gewesen.
⚡ Der nächste Tiefschlag: Technik-Kollaps nach 1000 Metern
Doch der Main hatte heute andere Pläne. Nach gerade einmal einer halben Stunde und knapp 1000 geschwommenen Metern wurde auch dieser minimalistische Plan jäh zerstört: Der Elektromotor unseres Begleitbootes gab plötzlich den Geist auf. Nichts ging mehr. Also hieß es wieder: raus aus dem Wasser, alles kontrollieren – aber wir konnten den Fehler nicht beheben.
In diesem Moment brach alles über mir zusammen. Wieder ein Abbruch. Ich musste meine ganze Wut, die Enttäuschung und den unendlichen Frust erst einmal lautstark am Ufer herausschreien. Danach liefen nur noch die Tränen. Es fühlte sich so unfair an, wie viele Steine mir bei diesem Projekt gerade nacheinander in den Weg gelegt werden.
Kerstin sammelte uns am Ufer ein, und wir flüchteten in die Main-Lounge nach Untertheres. Bei einer bitter nötigen Pause glühten die Smartphones: Wo bekommen wir jetzt auf die Schnelle einen Ersatzmotor her? Neu, gebraucht? Da es bereits nach 13:00 Uhr war, lieferte kein Expressdienst mehr bis zum nächsten Tag. Auch der Versuch, bei einem Bootshändler in Schweinfurt Hilfe zu finden, brachte keinen Erfolg. Enttäuscht traten wir den Rückweg zum Main-Spessart Camping nach Lengfurt an.
🤖 KI-Unterstützung und eine zweckentfremdete Heizung
Auf dem Campingplatz angekommen, weigerte ich mich, das Schicksal einfach so hinzunehmen. Mit technologischer Unterstützung einer KI analysierte ich die Symptome des Motors. Nachdem wir die Batterie als Fehlerquelle bereits ausschließen konnten, deutete alles auf einen massiven Wasserschaden hin. Und tatsächlich: Dank der gezielten Diagnosehinweise konnte ich einen Teil des Fehlers isolieren – und der Motor lief plötzlich wieder an!
Ganz ausgestanden ist es allerdings noch nicht. Die Fehleranzeige leuchtet weiterhin, was stark für einen Kriechstromfehler durch Restfeuchtigkeit spricht. Die Konsequenz: Der Motor wurde kurzerhand in den Wohnwagen verfrachtet, wo nun die Heizung auf Hochtouren läuft, um die Elektronik komplett durchzutrocknen. Für 24 Stunden darf er absolut nicht eingeschaltet werden, damit die Platine nicht durchbrennt. Der skurrile Nebeneffekt des Tages: Durch die Bastelaktion konnte ich endlich die Heizung im Wohnwagen reparieren!
🌤️ Fazit: Wer weiß, wofür es gut war...
Wieder liegt ein unheimlich anstrengender Tag mit extrem viel Frust hinter uns. Aber am Ende bleibt die Frage: Wer weiß, wofür das alles gut war oder ist? Der morgige Tag gehört nun ganz offiziell meinem kaputten Auto. Da der Motor des Bootes ohnehin 24 Stunden trocknen muss, kann ich mich jetzt zumindest in aller Ruhe um den Wagen kümmern, ohne sofort wieder in Stress zu verfallen oder mich wegen irgendwelcher Termine selbst unter Druck zu setzen. Wir nehmen das Tempo kurz raus, um Kraft für den Rest des Weges zu sammeln.
❤️ Ein riesiges Dankeschön an meine Unterstützer!
Ein ganz großes Dankeschön geht an Daniela und Nico, die im Hintergrund wirklich alles Menschenmögliche versucht haben, um uns zu helfen und zu recherchieren. Und der größte, liebevollste Dank geht an meine Frau Anja Alt, die mich aus der Ferne am Telefon ganz fest gehalten und unendlich getröstet hat. Ohne euch alle wäre dieses Projekt nicht machbar!
🏊♂️ Ehrlichkeit auf dem Fluss: Wenn der Main dir alles abverlangt
🌑 Der unruhige Start in den Morgen
Es gibt Tage, da läuft im Wasser alles wie von selbst. Und dann gibt es Tage wie heute. Tage, an denen die Strömung nicht dein Freund ist, das Wetter gnadenlos gegen dich umschlägt und dir auch außerhalb des Wassers Steine in den Weg gelegt werden. Heute war so ein Tag, der mich mental und physisch an meine absoluten Grenzen gebracht hat. Ein Tag voller schwerer Entscheidungen, logistischer Hürden und schlechter Nachrichten. Aber es war auch ein Tag, der mir gezeigt hat, wie viel unglaublichen Rückhalt dieses Projekt erfährt.
Schon die Nacht war zäh. Schlechter Schlaf, Albträume und ständiges Aufwachen – irgendwie lag von Anfang an etwas Schweres in der Luft. Eigentlich sollte mich der Wecker erst um 07:00 Uhr aus den Federn holen, doch bereits um halb sieben war die Nacht für mich vorbei. Nach der Morgenroutine traf um 07:30 Uhr mein Cousin Nico an der Marina in Bischberg ein. Unser ehrgeiziger Plan für heute: Strecke machen. Bis nach Ottendorf sollte es gehen, und wenn möglich noch drei Kilometer weiter, um das Tagesziel von 26 Kilometern vollzumachen.
Doch die Logistik forderte direkt ihren Tribut. Bis wir endlich in Limbach waren, das Boot fertig einsatzbereit hatten und durchschleusen konnten, verging deutlich mehr Zeit als erwartet. Beim fliegenden Wechsel – ich raus aus dem Begleitboot, Nico rein – bemerkte ich den Klassiker: Schwimmbrille, Badekappe und die essenzielle Vaseline für die Achseln und den Schritt lagen noch im Auto. Ein dicker Dämpfer, aber Aufgeben war keine Option. Während die PKW-Crew zurück nach Bischberg flitzte, um die Ausrüstung zu holen, sprangen Nico und ich um 09:30 Uhr los. Nico fand sich extrem schnell mit dem Boot zurecht und hielt perfekt Kurs. Ein riesiges Dankeschön an ihn für den genialen Support auf dem Wasser!
🌧️ Der Sprung zurück und der Kampf gegen das Unwetter
In Zeil am Main trafen wir im Hafen wieder auf unsere PKW-Crew. Endlich hatte ich meine Ausrüstung! Nach einer kurzen, hastigen Pause mit einer Banane, einem Bananen-Corny und ein paar großen Schlucken zu trinken, ging es mit einem beherzten Sprung zurück in den Main. Und was soll ich sagen: Eine gute Ausrüstung macht einfach Welten aus. Das Schwimmen fühlte sich sofort effizienter an.
Unser Zeitplan ging zunächst auf. Die Schleuse in Knetzgau hatten wir für ca. 13:00 Uhr angepeilt – um exakt 13:05 Uhr waren wir bereits durch und hatten die Pause hinter uns gebracht. Ab jetzt hieß es: Noch 14 Kilometer bis Ottendorf in knapp 4 Stunden. Ich habe alles gegeben, zog mit rund 3 km/h durch, aber der Fluss und die Uhr tickten unbarmherzig gegen mich. Es wurde klar: Ottendorf ist heute nicht mehr zu schaffen. Wir mussten umplanen und das Etappenziel auf den Campingplatz in Untertheres verkürzen.
Und dann kam, was kommen musste. Ein Blick zum Himmel verhieß nichts Gutes. Innerhalb kürzester Zeit peitschten heftige Sturmböen den Main auf. Der brutale Gegenwind erzeugte eine spürbare Gegenströmung, die das Vorwärtskommen fast unmöglich machte. Die Hafeneinfahrt eines Yachtclubs in Obertheres lag nur noch knappe 200 Meter vor mir. Für diese winzige Distanz brauchte ich unter vollem Krafteinsatz fast 20 Minuten! Auch Nico hatte im Boot extrem mit den Wellen und Böen zu kämpfen. Völlig erschöpft, aber sicher, erreichten wir den Hafen – etwa einen Kilometer vor dem eigentlichen Campingplatz.
Ein riesiges Danke an den Platzwart vor Ort: Nach einem kurzen Telefonat bekamen wir unkompliziert grünes Licht, dass das Boot dort über Nacht sicher liegen bleiben kann, und er gab uns direkt den Code für das Tor, damit wir morgens wieder rein können.
🤝 Unerwartete Begegnungen und mentale Last
Als wir die PKW-Crew zu uns lotsten, hieß es am Telefon plötzlich: „Hier wartet ein Lukas auf dich.“ Am Ufer stand tatsächlich ein alter Freund aus vergangenen Tagen, den ich völlig aus den Augen verloren hatte! Er wollte mich unbedingt supporten. Weil das Live-Tracking auf meiner Website durch mein neues Smartphone heute immer wieder abbrach, war seine Suche nach mir ein echtes Abenteuer. Er erzählte mir auch, dass sogar jemand extra aus Marktredwitz angereist war, nur um mich schwimmen zu sehen! Genau so ergeht es auch meiner PKW-Crew: Wenn sie am Ufer erzählen, was wir hier machen, stehen ihnen überall alle Tore offen. Diese positive Resonanz gibt unheimlich viel Kraft.
Und diese Kraft brauche ich auch dringend. Denn im Wasser kreisen die Gedanken. Finanziell fehlen mir für das Vorhaben immer noch fast 1.500 Euro, was mich massiv beschäftigt und Energie kostet. Zudem liege ich im Zeitplan bereits zwei Tage zurück und zerbreche mir den Kopf, wie ich den Wohnwagen rechtzeitig nach Lengfurt auf den Main-Spessart Campingplatz versetzen soll. Als ob das nicht reicht, kam am Abend der nächste Tiefschlag: Beim Umsetzen des Wohnwagens von Basislager 1 zu Basislager 2 durfte ich feststellen, dass mein Auto eventuell auch noch kaputt ist. Dementsprechend schlecht ging es mir am Abend.
⚖️ Die Entscheidung: Würzburg steht – aber mit absoluter Ehrlichkeit
Um 21:00 Uhr stand der Wohnwagen endlich im neuen Lager, und ich konnte das erste Mal etwas essen. Im Kreis der Crew haben wir die Karten offen auf den Tisch gelegt. Am Samstagabend um 18:00 Uhr wartet der Pressetermin an der Alten Mainbrücke in Würzburg auf mich. Rein schwimmend ist diese Distanz durch den Rückstand unmöglich zu schaffen. Zwischenzeitlich kam der Gedanke auf, zwei Etappen einfach zu „überspringen“. Aber das fühlte sich für mich absolut nicht richtig an.
Ich habe mich entschieden: Ich werde nicht schummeln! Ich werde am Samstag um 18:00 Uhr in Würzburg an der Alten Mainbrücke sein und der Presse für alle Fragen zur Verfügung stehen – allerdings reise ich für diesen Termin mit dem PKW an. Wenn die Medien mich und mein Vorhaben ernst nehmen, werden sie einfach noch mal kommen, wenn ich Würzburg später offiziell auf dem Wasserweg einschwimme.
Ich werde ab morgen einfach so weiterschwimmen, wie ich es kann, und mein Bestes geben. Wenn es 20 Kilometer am Tag werden, ist das gut. Wenn es nur 18 Kilometer werden, dann ist das eben so. All die Situationen, die heute auf mich eingeprasselt sind, waren verdammt schwer. Umso stolzer bin ich auf mich, dass ich nicht betrüge, sondern dazu stehe, dass bei einem solchen Extremprojekt immer etwas dazwischenkommen kann. Meine gesundheitliche Herausforderung kostet mich ohnehin schon jeden Morgen enorme Kraft, um überhaupt aufzustehen und diese 21 Tage durchzuziehen. Morgen geht es weiter – Schritt für Schritt, Zug um Zug.
Euer Matjes
🛟 Ein ganz und gar nicht ruhiger Ruhetag: Zwischen Arztmarathon, Technik-Upgrade und bayerischem Support
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💤 „Ruhetag“ – zumindest auf dem Papier
Eigentlich stand heute im Logbuch meiner Main-Expedition das Wort „Ruhetag“. Doch wer mich und solche Großprojekte kennt, der weiß: Ruhig bedeutet im seltensten Fall, dass man einfach nur die Beine hochlegt. Zwischen medizinischen Pflichtterminen, logistischen Hürden und einem dringend erwarteten Technik-Wechsel war heute volles Programm angesagt.
🐾 Frühstart mit Elan (und vier Pfoten)
Der Tag begann um Punkt 7 Uhr morgens – und das leider alles andere als sanft. Meine Frau musste gar nicht erst zum Wecker greifen, diesen Job übernahm unser Hund mit vollem Elan. Mit einem gezielten Sprung mitten auf meinen Bauch war die Nacht schlagartig beendet. Nun ja, wach war ich danach jedenfalls!
Nach dem schnellen Frischmachen wartete auch schon die erste logistische Herausforderung des Tages. Da mein eigenes Smartphone derzeit nicht einsatzbereit ist, bewaffnete ich mich mit dem alten Ersatzhandy meiner Frau und dem Navigationssystem, um den Weg nach Offenbach anzutreten.
⏳ Geduldsprobe in Offenbach & T‑Shirt‑Frust
In Offenbach stand eine wichtige medizinische Untersuchung auf dem Plan – ein notwendiger Kontrolltermin bei so einer extremen körperlichen Belastung. Leider wurde es auch eine echte Geduldsprobe, denn das Ganze zog sich fast vier Stunden in die Länge.
Als das endlich erledigt war, wollte ich direkt den nächsten Punkt der To-Do-Liste abhaken und die neuen Expeditions-T-Shirts bedrucken lassen. Doch wie es an solchen Tagen eben ist: Satz mit X, das hat heute leider überhaupt nicht geklappt.
Mit leerem Textil-Karton, aber immerhin erleichtert über den überstandenen Arztmarathon, kam ich gegen 16:00 Uhr wieder an der Marina an.
📱 Das Technik‑Rettungskommando & starker Support im Basislager
Ab 17:00 Uhr wendete sich das Blatt und die großartige Logistik-Crew schlug auf. Meine Frau kam an die Marina und brachte mir endlich mein neues Handy vorbei! Ich habe mich natürlich sofort an die Arbeit gemacht, das Gerät eingerichtet und mit den wichtigsten Apps ausgestattet.
Damit ist die Kommunikationsleitung wieder stabil: Ich kann die Main-Expedition ab jetzt wie gewohnt dokumentieren und ihr könnt meine Fortschritte lückenlos verfolgen.
Gegen 18:00 Uhr gab es dann das nächste freudige Wiedersehen: Meine Freundin aus Weilheim traf an der Marina ein. Fast zeitgleich kam die Meldung von meinem Cousin, der bereits erfolgreich am nächsten Basislager aufgeschlagen ist.
Die Taktik für morgen steht: Er wird morgen früh zu uns stoßen und mich mit dem Begleitboot auf dem Wasser absichern und begleiten.
🍺 Bayerischer Abend an der Marina
Zum Abschluss dieses ereignisreichen Tages wurde es dann doch noch gemütlich und genau so, wie ein Etappenausklang sein sollte. Meine Freundin hatte echtes oberbayerisches Bier und frische Weißwürste im Gepäck.
Bei gutem Essen, kalten Getränken und besten Gesprächen haben wir den Abend entspannt ausklingen lassen und die Pläne für die nächste Schwimmetappe geschmiedet.
💪 Fazit
Der „Ruhetag“ war zwar anstrengend, aber das Fundament für die nächsten Kilometer im Main steht. Morgen geht es wieder ab ins Wasser – die Motivation ist riesig!
Bis zum nächsten Update hier im Blog!
🏁 Tag 5: Großer Bahnhof am Morgen, mentale Härteprüfung auf der Bundeswasserstraße
📍 Etappe: Marina Trossdorf bis Schleuse Limbach
📏 Distanz: ca. 17 Kilometer
🌡️ Wassertemperatur: 19°C
🎥 Medien, Training & Vorbereitung am Vorabend
Der fünfte Tag meines Projekts „470 Kilometer für innere Stärke“ fing direkt mit vollem Programm an. Das Medieninteresse wächst spürbar: Schon am Vorabend gab es bei uns volles Programm. Nachdem ich den gestrigen Tagesbericht online gestellt hatte, nutzte ich die Zeit für ein wichtiges logistisches Training: Gemeinsam mit der Fahrerin meines Begleitboots übte ich das Ein- und Aussteigen in unser Pouch-Faltboot und ließ sie einige Manöver fahren, damit sie schon vorab ein gutes Gefühl für das Boot bekam. Nach getaner Arbeit ging es für uns zum gemeinsamen Pizzaessen. Als wir danach zurückkamen, stand auch schon eine Reporterin des Fränkischen Tageblatts (Bereich Bamberg) an der Marina, um zu hören, wie es mir bis dahin am Obermain ergangen war. Gegen 21:00 Uhr ging es dann ins Bett, um für die anstehende Etappe fit zu sein.
📸 Großer Bahnhof am Morgen
Heute Morgen herrschte vor dem Start an der Marina Trossdorf gleich wieder reger Betrieb: Diesmal war ein Kollege vom Fränkischen Tageblatt (Bereich Haßfurt) vor Ort, der den Start in den fünften Tag miterleben und festhalten wollte. Während ich mich vorbereitete, beantwortete ich seine Fragen und auch das Boot wurde startklar gemacht. Um 08:30 Uhr ging es dann endlich los.
🛶 Auf die rechte Seite und ab in den Schlamm
Zunächst hieß es: Anmeldung bei der Staustufe Viereth für 10:00 Uhr. Direkt nach dem Verlassen der Marina steuerten wir zügig auf die rechte Fahrbahnseite. Das Wasserwirtschaftsamt hat hier eine klare Auflage erteilt: Ich muss zwingend rechts schwimmen und darf mich maximal 15 Meter vom Ufer entfernen.
Die Fahrt lief entspannt an, bis es kurz vor der Staustufe eng wurde. Ein riesiges Boot – gefühlt fast so lang, wie der Main breit ist – wollte genau dort wenden, wo wir uns gerade befanden. Die Begeisterung der Crew über unseren Bremsweg hielt sich in Grenzen. Durch das massive Wendemanöver wurde extrem viel Flusssediment aufgewühlt. Ein paar kräftige Schlucke Main-Schlamm inklusive – lecker ist anders, aber wir sind cool geblieben und alles ging gut aus.
Kurz vor der Staustufe setzte ich mich ins Boot, um es sicher durch die Schleuse zu manövrieren. Um 10:02 Uhr waren wir auch schon wieder aus der Schleuse raus. Die ersten 4 Kilometer waren im Kasten! Wir hielten kurz an Land an und machten erst einmal eine Pause. Eine Banane, ein Corny-Riegel und ein kleiner Schluck Wasser mussten genügen – ein fataler Fehler, wie sich später herausstellen sollte.
🌊 Das tiefe Nichts: Willkommen auf der Bundeswasserstraße
Um 10:20 Uhr ging es weiter in Richtung Limbach – vor mir lagen die restlichen 13 Kilometer der heutigen Gesamtstrecke. Bei einer Wassertemperatur von 19°C veränderte der Main ab hier schlagartig sein Gesicht. Der gemütliche Obermain lag hinter mir, ab jetzt hieß es: Bundeswasserstraße.
Mental war das eine völlig neue Herausforderung. Plötzlich gab es keinen sichtbaren Grund mehr, keine Steine, die unter mir vorbeizogen und an denen man die eigene Geschwindigkeit abschätzen konnte. Unter mir war nur noch tiefes, dunkles Wasser, rechts das rettende Ufer. Diese Monotonie verlangt enorme mentale Kräfte. Es gibt keine Ablenkung mehr, nur noch den Rhythmus: Schwimmen, schwimmen, schwimmen.
Das Begleitboot irritierte mich anfangs etwas, entwickelte sich dann aber ungewollt zum Pacemaker. Ich ließ mich vom Boot ziehen und pushen – mit dem Ergebnis, dass wir eine volle Stunde vor dem eigentlichen Zeitplan am Ziel in Limbach ankamen. Die Quittung folgte prompt: Ich war komplett platt.
🧠 Mein ehrliches Fazit von Tag 5: Zwei harte Lektionen
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💧 Trinken, trinken, trinken! Ich habe über die gesamten 17 Kilometer verteilt nur einen halben Liter Wasser getrunken. Bei dieser körperlichen Höchstleistung ist das viel zu wenig. Die Quittung kam am Abend in Form von dröhnenden Kopfschmerzen. Ab jetzt gilt: Jede Pause wird genutzt, um die Speicher radikal zu füllen.
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🚤 Das Boot ist kein Schrittmacher. Ich muss höllisch aufpassen, mich nicht vom Begleitboot jagen zu lassen. Mein Körper gibt das Tempo vor, nicht das Boot. Wenn ich überziehe, fehlt mir die Kraft hintenheraus.
🌿 Blick nach vorn: Atempause und Regeneration
Heute Abend ging es für mich erst einmal nach Hause zu meiner Frau, um etwas Abstand zu gewinnen. Morgen früh steht ein geplanter Arzttermin in Offenbach am Main an, um den Körper einmal kurz durchzuchecken. Danach geht es direkt zurück zur Marina.
Wie gut, dass ich bei der Planung im Vorfeld genügend Reservetage eingebaut habe! Morgen wird regeneriert, viel getrunken und der Kopf freigepustet. Am Mittwoch geht es dann mit frischen Kräften und vollem Fokus weiter. Der Main ist lang, aber der Wille ist stärker!
Wie immer danke an alle fürs Daumendrücken, die Unterstützung an der Strecke und die Berichterstattung in der Presse!