📝 Bericht über meinen Versuch, den Fehmarnbelt entlang der Vogelfluglinie zu
      Durchschwimmen

Von Fehmarn (Deutschland) nach Rødby (Dänemark) Zeitraum: 30.06.–06.07.2025

 

🌟 1. Wie alles begann

Im November 2024 beim 24‑Stunden‑Schwimmen in Aschersleben erzählte ich einem Mitschwimmer von meinen Träumen:

  • 🏊‍♂️ den Bodensee queren

  • 🌊 irgendwann vielleicht den Ärmelkanal

Er sah mich an und sagte: „Dann schwimm doch den Belt. Anspruchsvoll – aber du kannst das.“

Er wusste, dass ich innerhalb von 30 Tagen zweimal einen Marathon geschwommen war. Dieser Satz ließ mich nicht mehr los.

 

🔍 2. Erste Recherchen – und der Entschluss

Zuhause begann ich sofort zu recherchieren:

  • 💶 Kosten

  • 📄 Genehmigungen

  • 🌊 Strömungen

  • 🚤 Begleitboot

  • 🧭 Navigation

Es war teuer – eigentlich zu teuer. Aber nicht so teuer wie der Ärmelkanal. Vielleicht könnte ich es über ein Crowdfunding schaffen.

Und tatsächlich: Die Unterstützung war überwältigend.

❤️ Mein besonderer Dank

Eine Freundin spendete besonders viel – für ihre eigene Freundin, die früher leidenschaftlich schwamm, heute aber nach einem Unfall vom Hals abwärts gelähmt ist. Diese Geste hat mich tief berührt.

 

📅 3. Terminfindung und Buchung

Ich musste mehrere Dinge abstimmen:

  • 🧍‍♂️ meine Belastbarkeit

  • 👩‍❤️‍👨 den Urlaub meiner Frau

  • 👭 die Zeit unserer Freundin

  • 📆 das offizielle Buchungsfenster

Wir entschieden uns für: 30.06.–06.07.2025

Über beltquerung.com buchte ich den Slot. Als Unterkunft wählten wir den Campingplatz Flüggerteich, nahe Orth.

 

🚐 4. Anreise und erste Gespräche

Am 5. Juni 2024 reisten wir an, bauten den Wohnwagen auf und machten alles startklar.

Am Abend telefonierten wir mit dem Skipper:

  • 🌬️ 5–6 Bft aus Westen

  • 🌊 Ostsee wurde nach Osten gedrückt

  • 📉 Montag: Wellen bis 4 Meter

  • 📈 Dienstag: leichter Ostwind

Seine klare Aussage: „Montag geht nicht. Der einzige mögliche Tag ist Dienstag.“

Doch das Zeitfenster war eng: Ich musste spätestens um 15 Uhr in Dänemark sein, bevor die Strömung bis zu 5 Knoten erreicht.

 

🌙 5. Die Nacht vor dem Start

Am Montagabend gab es bei Freunden einen bayerischen Abend:

  • 🥨 Brezeln

  • 🌭 Weißwürste

  • 🍺 Bier aus Weilheim

Um 21 Uhr gingen wir schlafen. Der Wecker klingelte um 1:30 Uhr. Um 2:30 Uhr mussten wir auf dem Schiff sein.

 

🚤 6. Fahrt zum Startpunkt & Vorbereitung

In der Dunkelheit fuhren wir westlich um Fehmarn herum.

Kurz vor Altenteil begann ich meine Vorbereitung:

  • 🧴 Zink-Sonnencreme

  • 🛢️ Vaseline

  • 🥽 Schwimmbrille

  • 🎽 Badekappe

Das Boot stoppte 200 m vor dem Strand. Ich schwamm an Land, atmete tief durch und blendete alles aus.

 

🌅 7. Start um 4:47 Uhr – die Blaue Stunde

Um 4:47 Uhr startete ich. Es war magisch:

  • 🌡️ 17,8°C Wassertemperatur

  • 🍃 1 Bft aus Süden

  • 🌊 Strömung 5 cm/s aus Osten

Ich schwamm mein gewohntes Tempo: 100 m in 2:45 min

 

🐟 8. Begegnungen im Wasser

Nach 15 Minuten sah ich die ersten Ohrenquallen. Erst ein Schreck – dann ein fast zärtliches Gefühl, wenn sie an mir vorbeiglitten.

Ich sah:

  • 🪼 Quallenschwärme

  • 🐟 viele Fische

  • 🦭 eine Robbe, die unter mir durchtauchte

Nach zwei Stunden ging links von mir die Sonne auf. Ein Moment tiefer innerer Ruhe.

 

🧭 9. Orientierung – und der erste Zweifel

Gegen 8 Uhr sah ich eine Ortschaft mit Lichtern. Die Sonne stand immer noch links – obwohl sie rechts sein müsste.

Der Skipper rief: „Du musst schneller schwimmen, sonst schaffen wir es nicht!“

Ich fragte: „Ist das schon Dänemark?“

Seine Antwort: „Nein, das ist Puttgarden.“

Ein Stich ins Herz. Aber ich schwamm weiter.

 

🪼 10. Feuerquallen & zunehmende Strömung

Dann kamen die Feuerquallen:

  • 🔥 2–4 cm groß

  • 🔥 viele

  • 🔥 brennend, aber erträglich

Ich hoffte nur, dass der Skipper sie nicht sah – sonst hätte er mich sofort aus dem Wasser geholt.

Er sah sie nicht. Also schwamm ich weiter. Meditativ. Zug für Zug.

 

⚠️ 11. Die Entscheidung

Gegen 9:30 Uhr sprach der Skipper mich erneut an:

  • ⚡ Strömung 5 Stunden früher als vorhergesagt

  • 🌬️ Wind nun aus Osten

  • 🧭 Kurs kaum noch haltbar

Ich sagte: „Ich kann noch stundenlang so weiterschwimmen. Entscheiden müsst ihr.“

Wir beobachteten 30 Minuten weiter.

Ergebnis:

  • 🏊‍♂️ 1,3 km geschwommen

  • 📉 nur 200 m real vorangekommen

  • 🌊 Strömung inzwischen 2,5 Knoten

Mir wurde klar: Es hat keinen Sinn mehr.

Ich musste abbrechen.

 

🚤 12. Rückfahrt – und die Erkenntnis

Traurig kletterte ich aufs Boot. Zurück nach Orth.

Doch auf dem Rückweg wurde mir klar:

  • 💪 Ich habe das Geld aufgetrieben

  • 🧭 Ich habe fast alles alleine organisiert

  • 🏊‍♂️ Ich habe mich vorbereitet

  • ⭐ Und das Wichtigste: Ich habe es versucht

Ich habe:

  • 9 km der Strecke geschafft

  • 14 km tatsächlich geschwommen (mit Strömungsversatz)

  • und war nicht müde

Das zeigte mir: Wenn die Strömung mitgespielt hätte, hätte ich es geschafft.

 

🌟 13. Was ich anderen mitgeben möchte

Ich hoffe, dass meine Geschichte Menschen Mut macht:

  • Ziele zu finden

  • an sich zu glauben

  • an diesen Zielen zu arbeiten

  • und sie zu verfolgen

Manchmal erreicht man das Ziel nicht beim ersten Versuch. Aber der Weg dorthin verändert einen. Und genau das ist innere Stärke.